Die Urkunden der Benediktinerabtei Laach (Best. 128)
Im Landeshauptarchiv Koblenz befindet sich das durch frühe Verluste und im Zuge der Säkularisation geschmälerte Archiv der aufgehobenen Abtei, neben Akten, Chartularen und Güterverzeichnissen auch über eintausend Urkunden und urkundliche Abschriften bis ins Jahr 1801. Sie liefern Nachrichten über die ausgedehnten Beziehungen, Besitzungen und Rechte, aber auch über die Alltagsgeschäfte der bedeutenden Abtei und ihrer wechselhaften Geschichte. Seit 1995 liegt ein gedrucktes Inventar von Bertram Resmini vor. Im Rahmen der Beteiligung des LHA Koblenz am DFG-Projekt „Virtuelles deutsches Urkundennetzwerk“ wurden die Urkunden des Bestandes 128 digitalisiert und mit Farbscans sowie sämtlichen, eigens für die Datenbank aufbereiteten Erschließungsinformationen für online-Recherchen zur Verfügung gestellt.
Das Ende des 11. Jahrhunderts vom Pfalzgrafen Heinrich bei Rhein und seiner Frau Adelheid unter dem Patrozinum der heiligen Maria dotierte Kloster am Laacher See bestand mit seiner im 13. Jahrhundert vollendeten romanischen Basilika als Abtei des Benediktinerordens bis zur Aufhebung im Jahr 1802, nach Besetzung durch französische Truppen und Enteignung seiner umfangreichen Besitzungen, etwa in Kruft, Bell, Bendorf, Alken, Weiler, Kretz, Nieder- und Obermendig und Plaidt. Nach der Privatisierung des Besitzes erwarb die deutsche Jesuitenprovinz 1863 die Gebäude zur Errichtung eines bereits 1892 wieder geschlossenen Collegiums, das Kloster wurde jedoch im selben Jahr von Benediktinern der Erzabtei Beuron erneut besiedelt und unter dem Namen Maria Laach 1893 wieder errichtet.


