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Vor 60 Jahren

Krieg und Frieden an Rhein und Mosel 1944 - 1946

Eine Ausstellung des Mittelrhein-Museums Koblenz, des Stadtarchivs Koblenz und des Landeshauptarchivs Koblenz.

Klicken Sie hier, um zur virtuellen Ausstellung zu gelangen >>

Unter der Schirmherrschaft des Präsidenten des rheinland-pfälzischen Landtags, Christoph Grimm, und des Generalkonsuls der Französischen Republik in Frankfurt am Main, Gilles Favret

Die Präsentation reiht sich ein in die internationalen Gedenkveranstaltungen und Ausstellungen zum Thema 60 Jahre Kriegsende in Europa. Wie erlebten die Bewohner des Landes an Rhein und Mosel den Krieg, das Ende der NS-Diktatur und den Wiederanfang? Die Ausstellung beleuchtet nicht allein den 8. Mai 1945, sondern spannt den Bogen von der Landung der Alliierten in der Normandie 1944 bis zur provisorischen Gründung des Landes Rheinland-Pfalz in Koblenz 1946. Vertieft werden die Themen Krieg und Zerstörung, Alltagsleben, Verfolgung und Gefangenschaft, NS-Regime, Besatzung und demokratischer Neuanfang, aber auch Kunst und Kultur - anhand von Dokumenten, historischen Fotos, Objekten, Gemälden und Zeichnungen, Ton- und Filmaufnahmen.

Katalog

Zur Ausstellung erscheint als Kooperationsprojekt ein reich illustrierter Katalog in der Reihe "Kataloge des Mittelrhein-Museums" und in der Reihe "Veröffentlichungen der Landesarchivverwaltung Rheinland-Pfalz", hg. v. Heinz-Günther Borck, Beate Dorfey, Mario Kramp und Hans Josef Schmidt.

Hitlerbesuch in Koblenz
Hitlerbesuch in Koblenz, LHAKO, Best. 710, Nr. 6309

Nationalsozialismus an Rhein und Mosel

1944 war die NS-Diktatur im "Gau Moselland" seit 11 Jahren im öffentlichen und privaten Leben allgegenwärtig. Durch Großveranstaltungen, Kundgebungen, Aufmärsche und eine umfassende Propaganda in Film, Funk, Literatur und Kunst sollte eine "Volksgemeinschaft" erzeugt werden. Im Mittelpunkt aller Anstrengungen stand ab 1944 die Stärkung des Durchhaltewillens der Bevölkerung. Wer sich verweigerte oder nach NS-Vorstellungen nicht zur "Volksgemeinschaft" zählte, wurde benachteiligt, verfolgt, gequält und ermordet.

Krieg und Zertörung (Koblenz in Trümmern)
Krieg und Zertörung (Koblenz in Trümmern), LHAKO, Best. 710, Nr. 3403

Krieg und Zerstörung

Mit der Landung der alliierten Truppen in der Normandie am 6. Juni 1944 kam der Krieg auch in den Westen des Deutschen Reichs. Die Region von Rhein und Mosel wurde zum strategischen Ziel der alliierten Bomberverbände: Stadt um Stadt, Dorf und Dorf fielen in Trümmer. Die Menschen verbrachten die Monate bis Kriegsende in Luftschutzbunkern oder flohen vor den Bomben. Der schnelle Vormarsch der Alliierten konnte nur kurzfristig durch die "Ardennenoffensive" aufgehalten werden, bereits Anfang Februar 1945 überschritten die Amerikaner den Westwall. Mitte März kapitulierten die Städte und Ortschaften links des Rheins.

Schlangestehen
Schlangestehen, LHAKO, Best. 710, Nr. 6378

Alltag in Trümmern

Nach dem Zusammenbruch des NS-Regimes stand die Sorge um das Überleben im Mittelpunkt. Städte und Dörfer lagen in Trümmern, Straßen, Brücken und Schienen waren zerstört, die Versorgung zusammen-gebrochen. Es fehlte an allem: Wasser, Nahrung, Kleidung, Brennstoffe, Wohnraum. Die Not machte erfinderisch: Waffen wurden zu Haushaltsgeräten, Uniformstoffe zu Kleidung umgearbeitet. Auch Schmuggel, Schwarzmarkt und Hamsterfahrten sicherten das Überleben. Hilfslieferungen aus dem Ausland linderten die schlimmste Not.

Herm Dienz, (Koblenz 1891-1980 Bonn), "Mein Weg zurück"
Herm Dienz, (Koblenz 1891-1980 Bonn), "Mein Weg zurück", Mittelrhein-Museum Koblenz,

Kunst und Kultur

Zwischen Trümmern und Not wuchs aber auch der Wunsch nach Kultur. Theater, Film und Musik sowie die ersten Kunstausstellungen sollten jedoch nicht nur unterhalten und von dem Elend ablenken. Sie waren zugleich Richtschnur und Orientierung für ein neues Denken, eine Erinnerung an bessere und ein Aufbruch in neue Zeiten. Auch die bildenden Künstler besannen sich wieder ihrer künstlerischen Wurzeln, die sie selbst im NS-Regime nie ganz verleugnet hatten.

Besatzung: Amerikanische Militärbrücke bei Linz
Besatzung: Amerikanische Militärbrücke bei Linz, Bildnachweis: R. Steininger, Innsbruck

Rhein und Mosel unter alliierter Besatzung

Die Region von Rhein und Mosel war von amerikanischen Truppen eingenommen worden und stand ab März 1945 unter Besatzungsherrschaft. Millionen Kriegsgefangener wurden in den "Rheinwiesenlagern" interniert, die Bevölkerung einem umfassenden Entnazifizierungsverfahren unterworfen. Am 10. Juli 1945 übernahm Frankreich die Besatzungsherrschaft und schuf neue Verwaltungs-strukturen, deren Höhepunkt die Gründung des Landes Rheinland-Pfalz durch die Verordnung Nr. 57 vom 30. August 1946 war.

Sitzung des rheinland-pfälzischen Landtags im Koblenzer Rathaussaal
Sitzung des rheinland-pfälzischen Landtags im Koblenzer Rathaussaal, LHAKO, Best. 710, Nr. 1413

Politischer Neubeginn

Mit der Gründung des Landes Rheinland-Pfalz waren die Weichen für einen demokratischen Neuanfang gestellt. Politische Parteien und Gewerkschaften wurden neu- bzw. wiedergegründet. 1946 wurde eine Landesregierung unter dem Koblenzer Regierungs-präsidenten Dr. Wilhelm Boden gebildet, eine Verfassung durch den späteren Justizminister Adolf Süsterhenn entworfen. In den ersten freien Wahlen am 18. Mai 1947, die zugleich eine Volksabstimmung über die Verfassung waren, erhielt das Land seine demokratische Legitmiation

Begleitprogramm

Landesbilbliothekszentrum Koblenz

Mittwoch 11. 5. 18.00 Uhr:
Mein Weg zum 20. Juli 1944 und das Kriegsende
Philipp Freiherr von Boeselager

Donnerstag 19. 6. 19.00 Uhr
"Das Ziel unserer Sehnsucht ist weit" - Julius Lehlbach: Einfluss von Kriegserfahrungen auf dem Weg zum Pazifisten
Autorenlesung mit Ernst Heimes

Mittwochs im MIttelrhein-Musem

Vorträge jeweils um 19.00 Uhr in der Ausstellung im Mittelrhein-Museum,
Eintritt: 5,- Euro

Mittwoch 25. Mai:
Zeitzeugen erinnern sich
Prof. Gertalis Schohs / Hans Feldkirchner
Hannelore Kraeber / Wilhelm Zimmermann

Mittwoch 1. Juni:
Die Brücke von Remagen
Heinz Schwarz, Innenminister des Landes Rheinland-Pfalz a. D.

Mittwoch 8. Juni:
Kriegsalltag an Rhein und Mosel
Dr. Peter Többicke, Winningen

Mittwoch 15. Juni:
Bombenkrieg im Mittelrheingebiet 1944/45
Dr. Helmut Schnatz, Koblenz

Mittwoch 22. Juni:
Kunst und Künstler im Krieg und der Nachkriegszeit
Heijo Hangen, Künstler und Zeitzeuge, Atelierhaus Asterstein, Koblenz

Mittwoch 29. Juni:
Zwei Zerstörungen: Koblenz im Bombenkrieg und im Wiederaufbau
Udo Liessem, Vorsitzender des Denkmalpflegebeirats der Stadt Koblenz und stell. Vorsitzender des Landes Rheinland-Pfalz

Mittwoch 6. Juli:
Einwirkung der Besatzungsmacht auf die Gestaltung der Region
Prof. Dr. Franz-Josef Heyen, Direktor des Landeshauptarchivs Koblenz a. D.

Führungen und Projekte

Mittelrhein-Museum Koblenz

Öffentliche Führung im Mittelrhein-Museum
jeden Sonntag um 15.00 Uhr
für Schulen und Gruppen nach Vereinbarung

Museumspädagogische Workshops und Sonderprogramme für Schülergruppen, Kinder und Erwachsene:
Auskünfte und Anmeldungen unter Telefon 0261-129-2511

Projekt: Wachsendes Museum
Die Ausstellung wird begleitet von einem museumspädagogischen Projekt mit Koblenzer Bürgerinnen und Bürgern und ihren persönlichen Erinnerungsstücken.

Samstag 21. Mai, 15.00 Uhr Mittelrhein-Museum
Koblenz in Krieg und Nachkriegszeit
Führung durch die Koblenzer Innenstadt mit dem Rheinischen Verein für Denkmalpflege und Landschaftsschutz, anschließend Führung durch den Museumsleiter Dr. Kramp durch die Ausstellung

Donnerstag, 2. Juni, 18.00 Mittelrhein-Museum
Koblenzer Kirchen: Zerstörung und Wiederaufbau
Führung durch die Ausstellung durch den Museumsleiter Dr. Kramp sowie anschließend Führung durch den Arbeitskreis Kirchenführung (Florinskirche, Pfarrhaus Liebfrauen, Liebfrauen, Jesuitenkirche)

Kooperationspartner

Burgen, Schlösser, Altertümer Rheinland-Pfalz, Besucherdienst
Führung durch den Bunker der Festung Ehrenbreitstein

Während der Ausstellungsdauer Sonntags um 11 Uhr, Anmeldung empfohlen: Tel. 0261-6675 4000

Hunsrückmuseum Simmern
Ausstellung "Vor 60 Jahren - Kriegsende im Hunsrück, 15.03.2005-26.06.2005
www.hunsruck-museum.de

Friedensmuseum Brücke von Remagen
www.bruecke-remagen.de

Living-History-Projekt: It brings back memories
Veranstaltungsreihe ab dem 25. 6. 2005
Veranstaltungen und Info unter : Michael Schleicher 02224/01708046069

Initiative "Frieden braucht Fachleute - Alternativen zur Gewalt"
Ausstellung und Veranstaltungsreihe im Haus Metternich, 5. 6. - 26. 6. 2005

NS-Dokumentationszentrum Köln
Ausstellung "Zwischen den Fronten. Kölner Kriegserfahrungen 1933-1945", 8. 3. 2005 - 20. 11. 2005
www.nsdok.de

Siebengebirgsmuseum der Stadt Königswinter
Veranstaltungsprogramm "Vor 60 Jahren - Kriegsende im Siebengebirge", März - September 2005
www.siebengebirgsmuseum.de

Ausstellung

21. Mai bis 10. Juli 2005

Mittelrhein-Museum Koblenz
Florinsmarkt 15-17
56068 Koblenz
Telefon: 0261-129 2520
Verwaltung: 0261-129 2502
Fax 0261-129 2500
info@mittelrhein-museum.de
www.mittelrhein-museum.de

Öffnungszeiten
Dienstag bis Samstag von 10.30 bis 17.00 Uhr
Sonn- und Feiertag von 11.00 Uhr bis 18.00 Uhr
Während der Ausstellung "Vor 60 Jahren" Sonderöffnungen jeweils Mittwochs ab 19 Uhr (Eintritt 5,- Euro, siehe Begleitprogramm)

Eintritt
2,50 Euro, ermäßigt 1,50 Euro
Schüler und Mitglieder des Vereins der Freunde des Mittelrhein-Museums und des Ludwig Museums zu Koblenz e.V. haben freien Eintritt.

Eröffnungsveranstaltungen
Alle Ausstellungseröffnungen sind öffentlich. Die zur Eröffnung gelöste Eintrittskarte berechtigt zu einem weiteren Besuch des Museums. Zu den Eröffnungsveranstaltungen besteht die Möglichkeit, auf dem Florinsmarkt zu parken.

Die Ausstellung ist ein Gemeinschaftsprojekt des Mittelrhein-Museums, des Landeshauptarchivs Koblenz und des Stadtarchivs Koblenz. Die Ausstellung wird vom 21. Mai bis 10. Juli 2005 in den Räumen des Mittelrhein-Museum Koblenz gezeigt werden, anschließend als Wanderausstellung des Landeshauptarchivs Koblenz zur Verfügung stehen.

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